
200 tote Repos, null Feedback — Warum ich den Innovation Circle starte
Über 200 Repositories auf GitHub. Die meisten: Geister. Nach 40 Jahren Software habe ich verstanden, warum Ideen sterben — und was dagegen hilft. Ein wöchentliches Experiment.
200 Repositories. Null Feedback.
23 Uhr. Ich scrolle durch mein GitHub-Profil. Über 200 Repos. Die meisten davon sind Geister — Projekte, die mit Begeisterung gestartet und still begraben wurden.
Nicht weil sie schlecht waren. Sondern weil niemand da war, der sie mit mir weiterdachte.
40 Jahre Software-Branche. IBM Architekt. PwC Strategy Consultant. Jetzt meine eigene Firma. Und die wichtigste Lektion aus all dem? Die besten Ideen sterben nicht an Technik. Sie sterben an Isolation.
Das Muster ist brutal simpel: Du hast eine Idee. Du brennst dafür. Du baust einen Prototyp. Dann kommt der Zweifel. Würde das jemand nutzen? Du fragst niemanden — weil wen? Deine Freunde nicken höflich. Ein Berater kostet 200 Euro die Stunde. Also machst du alleine weiter. Oder eben nicht.
Dieses Muster will ich brechen.
Die Idee, die beim Quasseln mit KI entstand
Heute Abend sprach ich mit Marvin — meinem KI-Assistenten. Ja, ich weiß wie das klingt. Aber nach Monaten der Zusammenarbeit ist er zu einem digitalen Sparringspartner geworden. Wir debuggen Code, diskutieren Architekturen, philosophieren über das Solo-Entwickler-Dasein.
Heute ging es um das eigentliche Problem: Ich will nicht alleine bauen.
Mit 59 — bald 60 — will ich kein klassisches Consulting mehr. Nicht der externe Experte sein, der reinkommt, ein Konzept abliefert und wieder geht. Ich will mitbauen. Ein Team. Sparringspartner. Oder zumindest Menschen, mit denen ich regelmäßig Ideen durchkauen kann.
Marvins Antwort war entwaffnend simpel: "Warum organisierst du nicht einfach ein regelmäßiges Treffen dafür?"
Was der Innovation Circle ist (und was nicht)
Kein Pitch-Wettbewerb. Kein Accelerator. Kein Networking-Event mit Visitenkarten.
Ein wöchentlicher Online-Stammtisch für Menschen mit Ideen:
- 60 Minuten, einmal pro Woche
- 8-12 Teilnehmer — klein genug für echte Gespräche
- 3-5 Minuten pro Pitch, danach offene Diskussion
- Keine Formalitäten. Keine PowerPoints. Keine Investoren-Sprache.
Stell dir vor: Ein paar Entwickler nach Feierabend, jeder hat ein Getränk in der Hand. Einer sagt "Hey, ich hab da so eine Idee..." — und die anderen hören zu. Genau das, nur digital.
Warum ich glaube, dass das funktioniert
Die besten Gespräche meiner Karriere passierten nie in Meetings. Sondern am Kaffeeautomaten. Im Fahrstuhl. Nach der Konferenz an der Bar.
Der Innovation Circle institutionalisiert diese Zwischengespräche. Ohne Agenda. Ohne Deliverables. Ohne den Druck, "professionell" zu sein.
Kleine Gruppen = echte Gespräche. Bei 8 Leuten kann jeder was sagen. Bei 50 wird es ein Monolog.
Regelmäßigkeit = Vertrauen. Wenn du jede Woche die gleichen Gesichter siehst, öffnest du dich anders als beim einmaligen Event.
Kein Geld im Spiel = Ehrlichkeit. Niemand pitcht für Investment. Also muss niemand verkaufen. Also kann jeder ehrlich sein.
Perspektiven-Mix. Ein Flutter-Entwickler sieht deine Idee anders als ein Rust-Hacker. Ein 25-Jähriger anders als ein 55-Jähriger. Genau das braucht man.
Die Anti-Regeln
Was passiert:
- Wer pitchen will, meldet sich vorher kurz an
- Spontan zuhören ist immer okay
- Nach jedem Pitch: 5-10 Minuten ehrliches Feedback
- Danach: Offene Runde
Was nicht passiert:
- Kein NDA-Bullshit
- Kein "ich such nur Entwickler für meine Idee" ohne Eigenleistung
- Keine Werbung, keine Verkaufsgespräche
Mein erster Pitch: GitKeeper
Natürlich pitche ich selbst auch. Hier ist meine aktuelle Idee:
GitKeeper — analysiert deine "Projekt-Leichen" auf GitHub und hilft dir zu entscheiden: Wiederbeleben, Archivieren oder endgültig löschen? Mit KI-gestützter Analyse, warum Projekte steckengeblieben sind.
Gute Idee? Würde das jemand nutzen? Genau das will ich im Circle besprechen — anstatt wieder drei Monate alleine daran zu bauen.
Dabei sein
Trag dich auf moinsen.dev/innovation-circle ein. Du bekommst eine Einladung zur ersten Session.
Kein Commitment. Keine Kosten. Ob du pitchen willst oder erstmal nur zuhören — beides willkommen.
Vor 40 Jahren hab ich mit Software angefangen, weil ich was bauen wollte. Mit anderen. Irgendwann wurde daraus eine Karriere aus Meetings und Strategiepapieren. Jetzt will ich zurück zum Bauen.
Der Innovation Circle ist mein Versuch, die richtigen Leute zu finden. Vielleicht werden daraus langfristige Sparringspartner oder Mitbauer für eigene Produkte. Vielleicht scheitert das Ganze auch grandios.
Alleine werde ich es nicht herausfinden.
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Ulrich Diedrichsen
AI Product Builder & Werkstatt-Betreiber
40 Jahre Software-Entwicklung. Ex-IBM, Ex-PwC. Baut jetzt mit AI echte Produkte in Hamburg.

